Transparent, sicher, echt: So heben Sie Ihren Onlineshop von Fakeshops ab

Transparent, sicher, echt: So heben Sie Ihren Onlineshop von Fakeshops ab
Jürgen Kroder
26. Oktober 2023
Transparent, sicher, echt: So heben Sie Ihren Onlineshop von Fakeshops ab

Mit diesen Maßnahmen vermeiden Sie die Fakeshop-Falle

Trotz vieler Krisen ist klar: Die Konsumenten lieben das Onlineshopping und der E-Commerce insgesamt verzeichnet gigantische Umsätze. Verständlich, dass die Aussicht auf das große Geld viele Betrüger anzieht.

In Folge entstehen jeden Tag nicht nur neue, seriöse Onlineshops, sondern auch viele Fakeshops - also gefälschte Onlineshops, die ihre Nutzer abzocken. Die “Gauner” erbeuten nicht nur viel Geld, sondern schaden gleichzeitig dem freien Handel im Internet insgesamt.

Denn betrogene oder verunsicherte Kunden kaufen entweder gar nicht mehr online ein, oder sie shoppen bei den großen, bekannten Marken - sprich: bei Amazon, Otto, Zalando und Co. Dementsprechend haben es kleine oder noch unbekannte Shop-Betreiber schwer, neue Stammkunden zu gewinnen.

11 Anzeichen dafür, dass Ihr Onlineshop (k)ein Fakeshop ist

Wenn Sie einen Onlineshop betreiben, der noch nicht die Strahlkraft der “Big Player” hat, müssen Sie auf den ersten und zweiten Blick deutlich machen, dass man auch bei Ihnen ohne Abzocke einkaufen kann. Das erreichen Sie, indem Sie mit verschiedenen Maßnahmen zeigen, dass bei Ihnen alles legal abläuft. Dazu gehören zum Beispiel diese:

Name

Fakeshops zeichnen sich häufig dadurch aus, dass ihr Name wie der eines großen Marktteilnehmers klingt. Oder sie “kopieren” einen Namen, indem sie kleine Schreibfehler einbauen, die kaum auffallen.

Das bedeutet für Sie: Unterlassen Sie es, einen Namen wie “Otto24” oder “Amazohn” zu verwenden. Das riecht nach billiger Kopie. Und mit solch einer Benennung steigt auch das Risiko, von den Rechte- und Namensinhabern, die Sie imitieren, verklagt zu werden.

URL

Ein weiteres Merkmal, das auf Betrug hinweisen kann, ist die URL. Manche Fakeshops haben zum Beispiel keine deutsche, österreichische oder schweizerische Domain-Endung, sondern ausländische oder eher ungewöhnliche Endungen wie “.to” oder “.com.de”. Oder die URL passt überhaupt nicht zum Namen des Onlineshops.

Das bedeutet für Sie: Verwenden Sie eine URL, die zu Ihrem Onlineshop-Namen und dem Hauptstandort Ihres Unternehmens passt. Oder wählen Sie eine international bekannte “.com”-Endung.

SSL

Fakeshop-Betreiber verzichten gelegentlich darauf, eine sichere Verbindung über SSL aufzubauen. Das bedeutet, die URL beginnt nicht mit “https://”, sondern nur mit “http://” (ohne “s”). Eine solche unsichere Verbindung ist auch daran zu erkennen, dass das kleine Schloss-Symbol vor der Adresszeile fehlt.

Das bedeutet für Sie: Nutzen Sie für Ihren Onlineshop unbedingt eine SSL-Verschlüsselung. Das schafft Vertrauen und macht die Datenübertragung ein Stück sicherer.

Impressum

Jedes Unternehmen, das in Deutschland eine Website betreibt, muss ein korrektes Impressum haben. Fakeshops verzichten auf ein Impressum, verstecken es und/oder machen falsche Angaben.

Das bedeutet für Sie: Platzieren Sie Ihr Impressum gut sichtbar, zum Beispiel im Footer-Bereich. Achten Sie darauf, dass der Inhalt den gesetzlichen Anforderungen entspricht, indem Sie unter anderem echte Adress- und Kontaktdaten angeben.

AGB

Gefälschte Onlineshops haben keine Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Oder Sie setzen, um den Schein zu wahren, kopierte oder schlecht übersetzte AGB ein.

Das bedeutet für Sie: Sorgen Sie dafür, dass Ihre AGB wie das Impressum schnell zu finden sind. Formulieren Sie Ihre Geschäftsbedingungen so, dass Sie leicht verständlich und vertrauenserweckend wirken.

Preise

Die meisten Fakeshops zielen auf das “Geiz-ist-geil-Gen” in uns allen ab. So wecken Sie mit sagenhaften Rabatten das Interesse der Besucher und verleiten sie zu unüberlegten Impulskäufen.

Das bedeutet für Sie: Rabattaktionen und satte Preisnachlässe sind in Ordnung - aber übertreiben Sie es nicht! Wenn Ihr Onlineshop mit Streichpreisen und Nachlässen von über 50 Prozent übersät ist, wirkt das wie ein unseriöser “Ramschladen” oder wie ein Fakeshop.

Rabatte, wohin das Auge blickt. Ein Indiz, dass mit diesem Onlineshop etwas nicht stimmen könnte.

Zahlungsweisen

Um schnell an das Geld der Käufer zu gelangen, ist Vorkasse bei Fakeshop-Betreibern sehr beliebt. Oft geben die Betrüger zwar verschiedene Payment-Methoden an, doch am Ende steht nur die Vorkasse zur Verfügung.

Das bedeutet für Sie: Bieten Sie mehrere Zahlungsmethoden an, unter anderem Kauf auf Rechnung, PayPal und Kreditkarte. Sorgen Sie dafür, dass alle Wege wirklich funktionieren. 

Bewertungen

Gefälschte Onlineshops haben entweder gar keine oder sehr viele Bewertungen auf ihrer Seite. Gibt es Rezensionen, handelt es sich in vielen Fällen nur um Lobeshymnen.

Das bedeutet für Sie: Dass Sie gute Bewertungen hervorheben, ist verständlich. Doch achten Sie darauf, dass Sie nicht nur 5-Sterne-Bewertungen in den Fokus rücken. Lassen Sie schlechtere Noten zu, das schafft Vertrauen - gemäß dem Motto: “nobody is perfect”.

Trust-Siegel

Dass Vertrauen ein wichtiger Punkt ist, um Kunden zu gewinnen, haben auch die Betrüger erkannt. So werden bei Fakeshops gefälschte oder frei erfundene Trust-Siegel eingesetzt.

Das bedeutet für Sie: Gerade als neuer oder kleiner E-Commerce-Händler sollten Sie auf bekannte Siegel setzen, beispielsweise von Trusted Shops oder EHI. So zeigen, dass Ihr Onlineshops gewisse Standards erfüllt und daraufhin geprüft wurde. Und: Verlinken Sie das Trust-Siegel mit der offiziellen Prüf- oder Bewertungsseite des Anbieters.

Rechtschreibung

Viele gefälschte Onlineshops werden im Ausland erstellt und dann einfach mit kostenlosen Tools übersetzt. Die Texte klingen daher holprig oder sind voller Rechtschreibfehler. Auch seltsam anmutende Formatierungen können auf eine Abzockseite hindeuten.

Fake oder nicht? Diese Infoseite wirkt seltsam, oder?

Das bedeutet für Sie: Lassen Sie Ihre Texte von einem professionellen Texter verfassen und am besten von einem Lektor überarbeiten. Launchen Sie einen multilingualen Onlineshop, sollten Sie alle Inhalte von einem Experten übersetzen und auch lokalisieren lassen. Hierbei werden Besonderheiten der jeweiligen Sprachen und der Kulturen berücksichtigt.

Kontaktmöglichkeiten

Fakeshop-Betreiber wollen möglichst schnell Geld verdienen. Ein echter Kontakt zu den Betrügern ist daher nicht vorgesehen. Kontaktformulare oder hinterlegte Mail-Adressen führen häufig ins Nichts, Chat-Möglichkeiten für einen direkten Austausch gibt es selten.

Das bedeutet für Sie: Bieten Sie mehrere Möglichkeiten an, um mit Ihrem Unternehmen in Kontakt zu treten. Nennen Sie eine Telefonnummer, eine E-Mail-Adresse und integrieren Sie eine Live-Chat-Funktion.

Checkliste: Wirkt Ihr Onlineshop wie Fakeshop?

Gehen Sie diese Punkte durch und antworten möglichst häufig mit “Ja”:

  • Einzigartiger Name
  • Seriöse URL
  • SSL-Verschlüsselung
  • Impressum vorhanden
  • AGB vorhanden
  • Realistische Preise
  • Versch. Payment-Methoden
  • Echte Bewertungen
  • Trust-Elemente vorhanden
  • Kontaktmöglichkeiten

Alles richtig umgesetzt? Machen Sie den Fakeshop-Test!

Sie sind sich nicht sicher, ob Ihr Online-Shop trotz aller Maßnahmen als Fake eingestuft werden könnte? Dann machen Sie einen Test! Die Verbraucherzentrale bietet dazu den kostenlosen “Fakeshop-Finder” an, von Trusted Shops gibt es den “Fakeshop-Scanner”. Diese Tools prüfen nach Eingabe der URL, ob Ihre Website als seriös einzustufen ist.