„Läuft doch“ war gestern. Was Shops jetzt wirklich brauchen.

Magento Stammtisch Gruppenbild BER
PHOENIX MEDIA
8. Mai 2026
„Läuft doch“ war gestern. Was Shops jetzt wirklich brauchen.

Das Event hat gerade erst begonnen und schon hängt der Kopf wieder im Postfach und plant den nächsten Tag? Dann warst du nicht bei unserem Magento Stammtisch in Berlin letzten Mittwoch!


Die Themen waren groß, ja. Aber sie wurden ziemlich konkret runtergebrochen. Was kann ein KI-Assistent im B2B wirklich leisten? Wie bekommt man Barrierefreiheit ohne Panikprojekt in den Griff? Und wie erkennt man Performance-Probleme, bevor sie Umsatz kosten?Die Stimmung war entsprechend lebendig. Locker während der Vorträge, noch lockerer danach. Catering, Snacks und Getränke haben ihren Job gemacht. Der Rest kam aus der Community.


KI-Assistenten im B2B brauchen Kontext, keine Magie.

Den Auftakt machte Torsten Kischporski von ECOPLAN E-Commerce. Sein Thema: ein KI-Assistent im B2B-Umfeld. Und ja, KI klingt inzwischen schnell nach LinkedIn-Nebelmaschine. Sein Vortrag ging jedoch konkret zur Sache.


Torsten zeigte, warum B2B-Chatbots eine andere Liga sind als die üblichen „Wie kann ich meine Bestellung stornieren?“-Bots. Im B2B sind Antworten selten allgemein. Preise sind kundenspezifisch. Lieferzeiten hängen an Mengen. Bestellstatus, Dokumente und Nachfolgeartikel brauchen Kontext, Berechtigungen und saubere Systemanbindung.
Genau dort setzt der vorgestellte Ava Bot auf Basis der Avanta-Plattform an. Der Bot greift nicht magisch ins ERP, sondern nutzt strukturierte APIs, Rollenrechte und angebundene Wissensquellen. Die KI interpretiert die Frage und formuliert die Antwort. Die Fakten kommen aus den Systemen.


„Die KI übernimmt hier wirklich nur die Aufgabe, die Frage zu interpretieren und letztendlich die Antwort auszugeben.“


Die stärkste Botschaft: KI im B2B ist kein Plug-and-play-Wunder. Erst kommen Use Cases, Datenqualität, Rechtekonzept und Guardrails. Dann kommt der Assistent. Verdreht man diese Reihenfolge baut man keinen Helfer, sondern eine hübsche Fehlerquelle.

Barrierefreiheit ist kein Gesetzesthema. Es ist Umsatzschutz.

Danach übernahm Vicente Pérez-Ortín von Sitecockpit mit Quick Wins für digitale Barrierefreiheit. Sein Talk macht schnell klar, dass  Accessibility ist nicht nur etwas für Behörden oder „später mal“ ist, sondern echte Nutzer:innen betrifft.
Vicente machte deutlich, dass Barrierefreiheit auf vielen Ebenen abläuft. Vom Screenreader, ältere Nutzer:innen, temporäre Einschränkungen, Sprachbarrieren bis hin zu SEO-Crawler und künftig auch KI-Shopping-Agenten. Alle brauchen Struktur und alle stolpern über Chaos.


„Man kann halt nur reparieren, was man weiß.“


Die Quick Wins waren angenehm bodenständig: 

  • bessere Kontraste,
  • sinnvolle Alttexte, Formularlabels,
  • sichtbare Fokusindikatoren und
  • semantisches HTML. 

Nichts davon klingt nach Raketenwissenschaft. Aber genau diese „kleinen“ Dinge entscheiden, ob ein Shop bedienbar ist oder Menschen (und LLMs) im Checkout verliert.
Sind wir mal ehrlich. Viele Shops sehen hübsch aus und sind trotzdem unnötig schwer zu benutzen. Digitale Barrierefreiheit ist kein kosmetisches Extra. Sie ist eine Qualitätssicherung und ziemlich sicher einer der unterschätztesten Conversion-Hebel im E-Commerce.

Performance ist kein Nerd-Thema. Sie kostet Geld.

Nach einer kurzen Pause sprach Stephan König von maxcluster über Application Performance Monitoring. Sein Einstieg traf direkt den wunden Punkt, denn Ladezeit ist kein Technik-Ego, es ist Umsatz.


Der Kern des Vortrags war das APM-Feature von maxcluster, gemeinsam entwickelt mit Tideways. Mit dem System sollen Shopbetreiber nicht erst fünf Spezialtools bedienen müssen, um zu verstehen, ob PHP, SQL, Redis, externe APIs oder bestimmte Requests zum Problem werden.


Stephan zeigte das APM-Feature von maxcluster, entwickelt mit Tideways. Ziel ist eine Vogelperspektive auf Shop-Performance, ohne dass Shopbetreiber direkt in fünf Spezialtools versinken. PHP, SQL, Redis, externe APIs, Requests, auffällige Zeiträume werden getrackt und angezeigt mit dem Ziel alles schneller sichtbar zu machen.


„Performance ist kein Selbstzweck.“


Die Vogelperspektive beschleunigt die Antwort auf Fragen wie: Welche Bereiche bremsen den Shop aus? Gibt es Auffälligkeiten nach Deployments? Welche externen Services reagieren langsam? Welche SQL Queries laufen auffällig oft oder lange?
In der Diskussion wurde es dann noch technischer. Seitentypen, Controller Actions, Bot-Traffic, KI-Crawler und horizontales Skalieren kamen auf den Tisch.

Der finale Punkt blieb bestehen: Monitoring ersetzt keine Tiefenanalyse. Aber es zeigt schneller, wo man überhaupt suchen muss.

Warum dieser Stammtisch hängen bleibt

Die Themen waren komplex und dank der guten Vorträge leicht zu verarbeiten in einem.
Genau deshalb hat der Magento Stammtisch Berlin Spaß gemacht. Nicht, weil alles easy klingt. Sondern weil die Themen ehrlich diskutiert wurden. Mit Erfahrungen aus der Praxis, offenen Rückfragen und vielen Gesprächen danach.


Kurz gesagt: Wer dabei war, hatte Stoff zum Nachdenken. Wer nicht dabei war, hat einen guten Grund, beim nächsten Mal aufzutauchen.

Danke für einen tollen Magento Stammtisch in Berlin am 10. Juni 2026!


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